Online lesen
 
 
Berlin Institute of Health Newsletter
Sonderausgabe | 28.12.2020

Liebe Leserin und lieber Leser,

heute schicken wir Ihnen aus aktuellem Anlass eine Sonderausgabe des BIH-Newsletters: Zum 1. Januar 2021 wird das Berlin Institute of Health (BIH) zum Translationsforschungsbereich der Charité – Universitätsmedizin Berlin und bildet neben Klinikum und Medizinischer Fakultät deren dritte Säule. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wird Privilegierter Partner des BIH. Damit realisieren die drei Einrichtungen die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land Berlin, die die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator von Berlin Michael Müller bereits im Juli 2019 unterzeichnet hatten. Der Bund engagiert sich über diese wissenschaftspolitisch neuartige Initiative erstmals strukturell in einer Einrichtung der Universitätsmedizin und erhält einen Sitz im Aufsichtsrat der Charité.

Wir freuen uns, mit diesem Schritt noch näher an die Charité herangerückt zu sein und gleichzeitig unseren Privilegierten Partner MDC an unserer Seite zu wissen. So hoffen wir, unser Ziel – die medizinische Translation – noch besser verwirklichen zu können. Damit aus Forschung Gesundheit wird!

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr 2021 und freuen uns, wenn Sie uns weiter auf unserem Weg begleiten.

Ihre Andrea Runow, Administrativer Vorstand des BIH
Ihr Christopher Baum, Vorstandsvorsitzender des BIH
 

"Wir gehören zusammen!"

Porträt Anja Karliczek

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt: „Zum Jahreswechsel wird die Integration des BIH in die Charité nun endlich Wirklichkeit. Wir setzen große Hoffnung auf diese neue Struktur, die Forschung und Klinik eng miteinander verzahnt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement bei der Umsetzung während der vergangenen Monate. Wir sind alle sehr gespannt auf die Forschungsaktivitäten. Ich wünsche dem BIH mit der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum viel Erfolg für die gemeinsame Zusammenarbeit. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Bündnis national und international eine Strahlkraft für die translationale biomedizinische Forschung entwickeln wird.“

Porträt Michael Müller

Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator von Berlin Michael Müller sagt: „Die Integration des BIH in die Charité ist ein großer Gewinn für die medizinische Forschung, für den Gesundheitsstandort Berlin, und vor allem für die Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland. Der Weg dahin war nicht immer einfach, aber das Ziel immer richtig. Deswegen möchte ich allen herzlich danken, die diesen Prozess in den vergangenen Monaten zum erfolgreichen Abschluss gebracht haben. Dass der Bund sich so stark in einer Landeseinrichtung dauerhaft engagiert und wir gemeinsam an einem Strang ziehen, ist keine Selbstverständlichkeit und ein Vertrauensbeweis für die herausragende Arbeit, die an der Charité, dem BIH und MDC geleistet wird.“

Porträt Christopher Baum

Professor Christopher Baum wird das BIH zukünftig als Vorstand des Translationsforschungsbereichs im Vorstand der Charité vertreten. Er begrüßt die Integration, denn er ist davon überzeugt, dass die translationale Medizin vom engen Austausch zwischen Krankenversorgung und Forschung lebt. „Wir gehören zusammen und bewahren zugleich unsere besondere Identität und Bestimmung. Gemeinsam handeln wir für die Patientinnen und Patienten, die neue medizinische Ansätze dringend benötigen. Beide Perspektiven, die der aktuellen Versorgungsrealität und die der Medizin der Zukunft, stimulieren unsere wissenschaftlichen Arbeiten.“

Berlin Institute of Health Newsletter

Andrea Runow, administrativer Vorstand des BIH (komm), freut sich ebenfalls über das erreichte Ziel. „Die verschiedenen Bereiche der Administration von BIH, Charité und MDC haben in den vergangenen Monaten mit Hochdruck daran gearbeitet, die Integration des BIH in die Charité vorzubereiten und  auf eine sichere vertragliche Basis zu stellen. Gerade diese intensive Zusammenarbeit der Kolleg*innen der drei Partnereinrichtungen hat – trotz Corona-Bedingungen – dazu geführt, dass viele neue Kontakte entstanden sind, die in der gemeinsamen Zukunft vertrauensvoll kooperieren und damit die translationale Forschung bestmöglich unterstützen werden.“

Porträt Heyo K. Kroemer

Professor Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, heißt das BIH als dritte Säule für translationale Forschung in der Charité willkommen: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem BIH die Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung bei unseren Patientinnen und Patienten weiter voranzubringen und die nun möglichen Synergien zwischen Charité und BIH gewinnbringend zu nutzen. Aber nicht nur für uns ist die Integration von großer Bedeutung. Vielmehr kann diese als Blaupause für die zukünftige Kooperation von Bund und Ländern in der Forschungsförderung dienen. Ein besonderer Dank gilt Axel Pries, der dieses Projekt in den vergangenen Jahren maßgeblich und mit viel Engagement vorangebracht hat.“

Berlin Institute of Health Newsletter

Professor Axel Radlach Pries
, Dekan der Charité, hatte das Amt des Vorstandsvorsitzenden des BIH bis Anfang Oktober 2020 zwei Jahre lang kommissarisch inne. Er blickt mit Freude auf die zurückliegende Zeit und mit vielen Erwartungen auf die kommende Phase: „Die Integration des BIH in die Charité mit der Privilegierten Partnerschaft des MDC hat umfangreiche Abstimmungen zwischen unseren Einrichtungen erfordert. Jetzt kann die Umsetzung der Verwaltungsvereinbarung wie geplant vollzogen werden. Parallel hat das BIH neue Strukturen aufgebaut, sich wissenschaftlich sehr dynamisch entwickelt und erfolgreich herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Berlin geholt. Ich habe deshalb keinen Zweifel am zukünftigen Erfolg des BIH als dritter Säule der Charité.“

Porträt Thomas Sommer

Die zweite Gründungsinstitution des BIH, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), wird ab 2021 Privilegierter Partner des BIH. Professor Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (komm.), sagt: „Ich freue mich sehr auf die enge Zusammenarbeit. Das BIH als Brücke zwischen Grundlagenforschung und Klinik ist für uns der ideale Partner in Berlin. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen ihre Innovationskraft in der vaskulären Biomedizin, in der Einzelzellanalyse und bei den Technologieplattformen ein. MDC, BIH und Charité werden die Idee eines gemeinsamen Forschungsraumes für die Translation zum Wohl der Patientinnen und Patienten voranbringen. Unsere enge Verbindung bedeutet einen Schub für den Gesundheitsstandort Berlin.“

Berlin Institute of Health Newsletter

Aus Forschung wird Gesundheit

Das 2013 gegründete BIH hat die Mission, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung am Krankenbett zu übertragen und umgekehrt, Beobachtungen aus dem Klinikalltag in Forschungsideen zu verwandeln. Um diesen Prozess der translationalen Forschung in beide Richtungen zu beschleunigen, hat das BIH vier Zentren ins Leben gerufen: Das Clinical Study Center mit BIH Chair Christof von Kalle organisiert sämtliche Klinischen Studien an der Charité und ist damit gewissermaßen das Herz der Translation. Das Digital Health Center mit BIH Chair Roland Eils hat das Ziel, Daten aus der Forschung und aus der Klinik zusammenzuführen und damit der Digitalisierung in der Medizin Vorschub zu leisten. Das QUEST Center unter der Leitung von BIH Chair Ulrich Dirnagl will die Werthaltigkeit und den Nutzen der biochemischen Forschung auf ein neues Qualitätsniveau heben und damit die Übertragung in die Anwendung ermöglichen und das BIH Center für Regenerative Therapien mit BIH Chair Georg Duda erforscht und entwickelt neue Therapien, die echte Heilung statt bloßer Symptombekämpfung ermöglichen sollen. „Unsere Mission heißt: Aus Forschung wird Gesundheit“, sagt Christopher Baum. „Dafür haben wir das translationale Ökosystem entwickelt, das die Forscher*innen und Kliniker*innen von BIH und Charité und auch unseren Partner MDC optimal bei der Translation unterstützt.“ 

Karliczek und Müller

Bundesweit die Translation fördern

Mit der Integration in die Charité verbindet der Bund den Auftrag an das BIH, auch bundesweit erfolgversprechende Translationsprojekte zu unterstützen. „Diesen Auftrag nehmen wir gerne an“, sagt Christopher Baum. „Hier sehe ich insbesondere unseren Beitrag bei den seltenen und komplexen Erkrankungen, für die wir die Möglichkeiten der Universitätsmedizin gezielt erweitern wollen.“ Außerdem will Baum die Translation zu einer exakten Wissenschaft weiterentwickeln, deren Erfolge quantitativ, reproduzierbar und objektiv messbar sind. „Das wird notwendig sein, um diejenigen Projekte zu identifizieren, die am vielversprechendsten sind, und die jeweils bestmöglichen nächsten Schritte einzuleiten.“ Das BIH Quest Center hat hier bereits entscheidende Vorarbeiten geleistet, um die Qualität der Biomedizinischen Forschung zu erhöhen.

Blutgefäße

Single Cells, Blutgefäße und Regenerative Medizin

Das BIH hat gemeinsam mit Charité und MDC drei Fokusbereiche ins Leben gerufen, in denen sich exzellente Forschungsansätze mit klinischer Expertise verbinden. Im Bereich Single Cell Technologien für die Personalisierte Medizin sollen innovative Einzelzelltechnologien für klinische Fragestellungen genutzt werden. Im Fokusbereich Translationale Vaskuläre Biomedizin geht es um die kleinsten Blutgefäße, die bei einer Fehlfunktion für viele Volkskrankheiten verantwortlich sind. Mit der vollständigen Übernahme des BCRT, des BIH-Centrums für Regenerative Medizin, ab 2021 sowie der Kooperation mit dem Deutschen Stammzellnetzwerk GSCN wird das BIH insbesondere auf dem Gebiet der Stammzellforschung und der ATMPs, innovativer Medikamente und Medizinprodukte, forschen und erzielte Ergebnisse in die Anwendung überführen.

Berlin Institute of Health Newsletter

Mehrere Standorte für das BIH

Mit der Integration des BIH in die Charité wird sich die Anzahl der wissenschaftlichen Gruppen, die zum BIH gehören, von derzeit 43 auf 58 erhöhen, bis Ende 2021 sollen es 71 Gruppen werden. Die dann rund 400 Mitarbeiter*innen des BIH werden sich auf mehrere Standorte verteilen: Ab März sollen die Gruppen, die sich mit der Vaskulären Biomedizin beschäftigen, ins Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch einziehen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Privilegierten Partner MDC. Im dem nach einer jüdischen Kinderärztin und Forscherin benannten Gebäude arbeiten BIH- und MDC-Gruppen gemeinsam unter einem Dach. Im ATIZ-Gebäude in Berlin-Mitte, das im Juli 2020 Richtfest feierte und Anfang 2022 fertig gestellt werden soll, werden die Gruppen zur Digitalen Medizin, etwa das BIH-Digital Health Center, das Clinical Study Center und weitere Forschungsgruppen mit Expertinnen und Experten der Charité zusammenarbeiten. Ebenfalls in Berlin-Mitte, im Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC, ist der Fokusbereich Single Cells angesiedelt. Die wissenschaftlichen Gruppen in der Regenerativen Medizin werden vorrangig am Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding in den Räumen des BCRT forschen. Der Digital Health Accelerator des BIH wird zu Beginn des Jahres 2021 neue Büros am Zirkus in Berlin-Mitte beziehen.
Berlin Institute of Health Newsletter

Hintergrundinformationen

Ein Foto sowie eine Pressemitteilung zur Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung im Juli 2019 finden Sie hier:
www.bihealth.org/de/aktuell/pressemitteilung-ein-neues-kapitel-fuer-das-berlin-institute-of-health

Informationen zum Käthe-Beutler-Haus in Berlin Buch finden Sie hier: www.bihealth.org/de/ueber-uns/campus-standorte/standortentwicklung/kaethe-beutler-haus

Informationen zu Käthe Beutler finden Sie hier:
www.mdc-berlin.de/de/news/press/kaethe-beutler-tu-etwas

Informationen zum ATIZ-Gebäude sowie einen Kurzfilm anlässlich des Richtfestes sehen Sie hier:
www.bihealth.org/de/ueber-uns/campus-standorte/standortentwicklung/atiz 

Über seine konkreten Pläne in Berlin äußert sich Christopher Baum im BIH-Podcast:
www.bihealth.org/de/aktuelles/mediathek/bih-podcast/bih-podcast-folge-25

Über die Integration des BIH in die Charité äußert sich Christopher Baum ebenfalls im BIH-Podcast:

www.bihealth.org/de/aktuelles/mediathek/bih-podcast/bih-podcast-folge-27

Die Webseite des BIH-Center für Regenerative Therapien finden Sie hier: www.bihealth.org/de/regeneration

Die Webseite des Deutschen Stammzellnetzwerks GSCN finden Sie hier: www.gscn.org/

 

Über das Berlin Institute of Health

Die Mission des Berlin Institute of Health (BIH) ist die medizinische Translation: Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werden in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie übertragen, umgekehrt führen Beobachtungen im klinischen Alltag zu neuen Forschungsideen. Ziel ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient*innen und Bürger*innen zu erreichen. Dazu etabliert das BIH ein umfassendes translationales Ökosystem, setzt auf ein organübergreifendes Verständnis von Gesundheit und Krankheit und fördert einen translationalen Kulturwandel in der biomedizinischen Forschung. Das BIH wurde 2013 gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.
Berlin Institute of Health Newsletter

Über die Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten an 4 Campi sowie 3.001 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas. Forschung, Lehre und Krankenversorgung sind hier eng miteinander vernetzt. Mit Charité-weit durchschnittlich rund 15.500 und konzernweit 18.700 Beschäftigten aus über 100 Nationen gehört die Berliner Universitätsmedizin zu den größten Arbeitgeberinnen der Hauptstadt. Dabei waren 4.553 der Beschäftigten im Pflegebereich und 4.454 im wissenschaftlichen und ärztlichen Bereich tätig. An der Charité wurden im vergangenen Jahr 154.261 voll- und teilstationäre Fälle sowie 700.819 ambulante Fälle behandelt. Im Jahr 2019 hat die Charité Gesamteinnahmen von rund 2,0 Milliarden Euro, inklusive Drittmitteleinnahmen und Investitionszuschüssen erzielt. Mit den 179,1 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Charité einen erneuten Rekord. An der medizinischen Fakultät, die zu den größten in Deutschland gehört, werden mehr als 8.000 Studierende in Humanmedizin, Zahnmedizin sowie Gesundheitswissenschaften ausgebildet. Darüber hinaus gibt es 644 Ausbildungsplätze in 9 Gesundheitsberufen. www.charite.de
 
Newsletter empfehlen